{"id":47650,"date":"2026-07-29T05:11:00","date_gmt":"2026-07-29T03:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/creaskill.ch\/?p=47650"},"modified":"2026-07-27T19:15:07","modified_gmt":"2026-07-27T17:15:07","slug":"deskilling-durch-ki-nachwuchskraefte-schuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/creaskill.ch\/en\/deskilling-durch-ki-nachwuchskraefte-schuetzen\/","title":{"rendered":"Deskilling through AI: How HR and SMEs can protect \u2013 and empower \u2013 their young professionals"},"content":{"rendered":"<h4 class=\"gb-text\">29. Juli 2026 Heinz S\u00fcess<\/h4>\n\n\n\n<!-- creaSKILL Blog Snippet \u00b7 Breite 1140px \u00b7 ohne Header\/Footer\/Titel -->\n<div class=\"cs-blog\">\n  <style>\n    .cs-blog{\n      --cs-hellblau:#78C2EB;\n      --cs-mittelblau:#167EC1;\n      --cs-dunkelblau:#2D2A66;\n      --cs-akzent:#C1671A;\n      --cs-text:#2b2f38;\n      --cs-muted:#5c6270;\n      max-width:1140px;\n      margin:0 auto;\n      padding:0 24px;\n      box-sizing:border-box;\n      font-family:-apple-system,BlinkMacSystemFont,\"Segoe UI\",Roboto,Helvetica,Arial,sans-serif;\n      color:var(--cs-text);\n      line-height:1.72;\n      font-size:18px;\n      -webkit-font-smoothing:antialiased;\n    }\n    .cs-blog *{box-sizing:border-box;}\n    .cs-blog p{margin:0 0 1.35em;}\n    .cs-blog a{color:var(--cs-mittelblau);text-decoration:none;border-bottom:1px solid rgba(22,126,193,.35);}\n    .cs-blog a:hover{color:var(--cs-dunkelblau);border-bottom-color:var(--cs-dunkelblau);}\n\n    \/* Lead \/ Intro *\/\n    .cs-lead{\n      font-size:21px;\n      line-height:1.6;\n      color:var(--cs-dunkelblau);\n      border-left:5px solid var(--cs-mittelblau);\n      background:linear-gradient(90deg,rgba(120,194,235,.14),rgba(120,194,235,0));\n      padding:22px 26px;\n      border-radius:0 10px 10px 0;\n      margin:0 0 2.4em;\n    }\n    .cs-lead p{margin:0;}\n\n    \/* Headings *\/\n    .cs-blog h2{\n      font-size:27px;\n      line-height:1.25;\n      color:var(--cs-dunkelblau);\n      font-weight:700;\n      margin:2.2em 0 .7em;\n      padding-bottom:.35em;\n      position:relative;\n    }\n    .cs-blog h2::after{\n      content:\"\";\n      position:absolute;left:0;bottom:0;\n      width:64px;height:4px;border-radius:4px;\n      background:var(--cs-akzent);\n    }\n\n    \/* Numbered action fields *\/\n    .cs-fields{\n      margin:1.4em 0 0;\n      display:grid;\n      gap:18px;\n    }\n    .cs-field{\n      display:flex;\n      gap:20px;\n      align-items:flex-start;\n      background:#f6f9fc;\n      border:1px solid rgba(45,42,102,.08);\n      border-radius:12px;\n      padding:22px 24px;\n    }\n    .cs-field .cs-num{\n      flex:0 0 auto;\n      width:46px;height:46px;\n      display:flex;align-items:center;justify-content:center;\n      border-radius:50%;\n      background:var(--cs-mittelblau);\n      color:#fff;\n      font-weight:700;\n      font-size:20px;\n    }\n    .cs-field h3{\n      margin:.15em 0 .5em;\n      font-size:20px;\n      color:var(--cs-dunkelblau);\n      font-weight:700;\n      line-height:1.3;\n    }\n    .cs-field p{margin:0;font-size:17px;line-height:1.65;}\n\n    \/* Callout box *\/\n    .cs-callout{\n      background:var(--cs-dunkelblau);\n      color:#eef2f8;\n      border-radius:14px;\n      padding:28px 30px;\n      margin:2em 0;\n    }\n    .cs-callout strong{color:var(--cs-hellblau);}\n    .cs-callout .cs-q{\n      display:block;\n      font-size:19px;\n      line-height:1.5;\n      padding:10px 0;\n      border-bottom:1px solid rgba(255,255,255,.14);\n    }\n    .cs-callout .cs-q:last-child{border-bottom:none;}\n    .cs-callout .cs-q b{color:var(--cs-hellblau);font-weight:700;margin-right:6px;}\n\n    \/* Fazit *\/\n    .cs-fazit{\n      background:linear-gradient(135deg,rgba(120,194,235,.18),rgba(22,126,193,.10));\n      border-radius:14px;\n      padding:26px 30px;\n      margin:2em 0 .5em;\n    }\n    .cs-fazit h2{margin-top:0;}\n\n    \/* Sources *\/\n    .cs-sources{\n      margin-top:2.6em;\n      padding-top:1.4em;\n      border-top:2px solid rgba(45,42,102,.12);\n    }\n    .cs-sources h2{font-size:22px;}\n    .cs-sources h2::after{display:none;}\n    .cs-sources ul{\n      list-style:none;\n      margin:0;padding:0;\n      font-size:15px;\n      line-height:1.55;\n      color:var(--cs-muted);\n    }\n    .cs-sources li{\n      padding:7px 0 7px 18px;\n      border-left:3px solid var(--cs-hellblau);\n      margin-bottom:8px;\n    }\n\n    @media (max-width:680px){\n      .cs-blog{font-size:17px;padding:0 16px;}\n      .cs-blog h2{font-size:23px;}\n      .cs-lead{font-size:19px;padding:18px 20px;}\n      .cs-field{flex-direction:column;gap:12px;}\n    }\n  <\/style>\n\n  <div class=\"cs-lead\">\n    <p>Im Schweizer Arbeitsmarkt verschwinden klassische Einstiegsjobs, w\u00e4hrend generative KI immer mehr Aufgaben in B\u00fcro- und Wissensberufen \u00fcbernimmt. Der Tages-Anzeiger berichtet von einem schleichenden Wissensverlust und beschreibt, wie Unternehmen bereits Gegenmassnahmen ergreifen, um Nachwuchs und Urteilsverm\u00f6gen im Unternehmen zu sichern (Hollenstein, 2024). Parallel zeigt eine Schweizer Arbeitsmarktanalyse von Jobcloud, dass Junior-Stellen in KI-exponierten Funktionen deutlich zur\u00fcckgegangen sind, was die Diskussion um Deskilling zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft (Jobcloud AG, 2026; Reuters, 2026). F\u00fcr HR-Verantwortliche und Gesch\u00e4ftsleitungen von KMU stellt sich damit eine strategische Frage: Wie l\u00e4sst sich KI produktiv nutzen, ohne den Kompetenzaufbau im Unternehmen zu untergraben?<\/p>\n  <\/div>\n\n  <h2>Was Deskilling im Zeitalter von KI bedeutet<\/h2>\n  <p>Deskilling bezeichnet den schleichenden Verlust menschlicher F\u00e4higkeiten, wenn Aufgaben dauerhaft an Technologien ausgelagert werden. Im Kontext generativer KI betrifft das nicht nur Routinet\u00e4tigkeiten, sondern zunehmend auch Urteilsverm\u00f6gen, Probleml\u00f6sef\u00e4higkeit und kreatives Denken, also genau jene Kompetenzen, die f\u00fcr wissensintensive Unternehmen zentral sind (Boston Consulting Group, 2026). Der BCG-Bericht spricht in diesem Zusammenhang von \u201edistributed deskilling\u201c, wenn dieser Kompetenzverlust nicht einzelne Personen, sondern ganze Teams oder Organisationen betrifft (Boston Consulting Group, 2026).<\/p>\n  <p>Gerade f\u00fcr Schweizer KMU ist das relevant, weil sie im Wettbewerb selten \u00fcber reine Skaleneffekte gewinnen, sondern \u00fcber Fachkompetenz, Kundenn\u00e4he und die F\u00e4higkeit, komplexe Probleme pragmatisch zu l\u00f6sen. Wenn Mitarbeitende beginnen, KI-Ergebnisse unkritisch zu \u00fcbernehmen, entsteht kurzfristig oft mehr Effizienz, langfristig aber ein Risiko f\u00fcr Qualit\u00e4t, Innovation und F\u00fchrungsf\u00e4higkeit (Boston Consulting Group, 2026; Boston Consulting Group, 2024).<\/p>\n\n  <h2>Was die Studienlage zeigt<\/h2>\n  <p>Die aktuelle Forschung zeichnet kein einseitiges Bild. Generative KI kann sowohl Deskilling als auch Upskilling f\u00f6rdern; entscheidend ist, ob sie Menschen ersetzt oder beim Denken unterst\u00fctzt. Crowston (2025) beschreibt generative KI-Systeme als \u201eLeveller\u201c, weil sie vor allem weniger erfahrenen Personen helfen, schneller bessere Ergebnisse zu produzieren und damit traditionelle Kompetenzunterschiede teilweise nivellieren. Diese Wirkung kann produktiv sein, birgt aber das Risiko, dass Lernpfade verk\u00fcrzt werden und scheinbare Kompetenz mit echter Expertise verwechselt wird (Crowston, 2025).<\/p>\n  <p>Ein h\u00e4ufig zitiertes Beispiel ist die Customer-Support-Forschung, die Crowston zusammenfasst: Dort stieg die Produktivit\u00e4t durch KI-Unterst\u00fctzung im Durchschnitt um 14 Prozent, bei weniger erfahrenen Mitarbeitenden sogar deutlich st\u00e4rker, w\u00e4hrend Hochleister kaum profitierten (Crowston, 2025). Aus betrieblicher Sicht ist das attraktiv. Aus Sicht des Kompetenzaufbaus stellt sich jedoch die Frage, ob Juniors dabei tats\u00e4chlich lernen oder nur mithilfe eines Systems kurzfristig besseren Output erzeugen (Crowston, 2025; Generative AI and Knowledge Work, 2025).<\/p>\n  <p>Eine weitere Studie zu generativer KI in der Wissensarbeit zeigt, dass Deskilling vor allem dort entsteht, wo Mitarbeitende kaum noch gezwungen sind, Annahmen zu pr\u00fcfen, Entscheidungen zu begr\u00fcnden oder Ergebnisse selbst herzuleiten. Umgekehrt f\u00f6rdern Hybrid-Workflows, in denen KI Entw\u00fcrfe liefert und Menschen bewusst pr\u00fcfen, entscheiden und verbessern, eher den Kompetenzaufbau als den Kompetenzverlust (Generative AI and Knowledge Work, 2025). Auch Untersuchungen aus dem Bildungsbereich kommen zu einem \u00e4hnlichen Ergebnis: Wenn KI substitutiv genutzt wird, sinken Lern- und Skill-Effekte; wenn sie augmentativ eingesetzt wird, kann sie die Entwicklung von F\u00e4higkeiten unterst\u00fctzen (IJIRT, 2026).<\/p>\n\n  <h2>Die Schweizer Perspektive: Weniger Junior-Rollen, h\u00f6here Anforderungen<\/h2>\n  <p>Besonders brisant ist die Entwicklung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Laut dem AI Report 2026 von Jobcloud, der auf Millionen Stelleninseraten basiert, ist der Anteil an Junior-Rollen in KI-exponierten Berufen deutlich gesunken. Reuters berichtete dazu, dass insbesondere B\u00fcro- und Wissensberufe betroffen sind und sich der R\u00fcckgang seit der breiten Einf\u00fchrung generativer KI klar abzeichnet (Reuters, 2026; Jobcloud AG, 2026).<\/p>\n  <p>Diese Entwicklung passt zu den Beobachtungen aus dem Tages-Anzeiger-Artikel: T\u00e4tigkeiten wie Recherche, Dokumentation, erste Auswertungen oder Textentw\u00fcrfe werden heute zunehmend von KI \u00fcbernommen, obwohl genau diese Aufgaben fr\u00fcher oft Teil des beruflichen Einstiegs waren (Hollenstein, 2024). F\u00fcr HR und Recruiting entsteht daraus ein doppeltes Problem. Einerseits gibt es weniger klassische Einstiegsrollen. Andererseits steigen die Anforderungen an diejenigen Rollen, die bleiben, weil Unternehmen Bewerbende suchen, die trotz weniger Lerngelegenheiten bereits mehr Reife, Kontextverst\u00e4ndnis und Selbstst\u00e4ndigkeit mitbringen (PwC, 2026; Jobcloud AG, 2026).<\/p>\n  <p>PwC beschreibt diesen Effekt im AI Jobs Barometer f\u00fcr die Schweiz als Verschiebung hin zu anspruchsvolleren Profilen in KI-exponierten T\u00e4tigkeiten. F\u00fcr KMU bedeutet das: Recruiting wird schwieriger, weil die Pipeline an Talenten schmaler wird, w\u00e4hrend gleichzeitig der Bedarf an belastbaren, lernf\u00e4higen und urteilsstarken Mitarbeitenden hoch bleibt (PwC, 2026).<\/p>\n\n  <h2>Warum das f\u00fcr HR und Recruiting strategisch relevant ist<\/h2>\n  <p>F\u00fcr HR-Abteilungen ist Deskilling mehr als ein Technologie- oder Effizienzthema. Es betrifft die Frage, wie Kompetenzen im Unternehmen entstehen, wie Nachwuchs aufgebaut wird und wie Qualit\u00e4t langfristig gesichert bleibt. Wenn generative KI im Recruiting, in der Kommunikation oder in administrativen Prozessen fl\u00e4chendeckend eingesetzt wird, besteht die Gefahr, dass Teams zwar schneller arbeiten, aber zentrale Beurteilungsf\u00e4higkeiten verlieren (Boston Consulting Group, 2026; CIPD, 2025).<\/p>\n  <p>Das betrifft etwa die Formulierung von Stelleninseraten, das Screening von Bewerbungsunterlagen, die Vorbereitung von Interviews oder die Kommunikation mit Kandidatinnen und Kandidaten. KI kann diese Aufgaben unterst\u00fctzen und beschleunigen. Wenn ihre Ergebnisse jedoch nicht mehr kritisch hinterfragt werden, drohen Standardisierung, Verzerrungen und eine schleichende Erosion des professionellen Urteilsverm\u00f6gens (CIPD, 2025; Rajaratnam, 2025).<\/p>\n  <p>Gerade in KMU ist dieses Risiko hoch, weil HR h\u00e4ufig schlank aufgestellt ist und Effizienzdruck stark wirkt. Wenn wenige Personen viele Aufgaben bew\u00e4ltigen m\u00fcssen, ist die Versuchung gross, KI-Outputs rasch zu \u00fcbernehmen. Kurzfristig spart das Zeit. Langfristig kann es jedoch dazu f\u00fchren, dass implizites Wissen, Menschenkenntnis und Kontextbeurteilung schw\u00e4cher werden, obwohl gerade diese F\u00e4higkeiten im Recruiting den Unterschied machen (Boston Consulting Group, 2026).<\/p>\n\n  <h2>F\u00fcnf Handlungsfelder f\u00fcr KMU<\/h2>\n  <div class=\"cs-fields\">\n    <div class=\"cs-field\">\n      <div class=\"cs-num\">1<\/div>\n      <div>\n        <h3>KI-Policy mit Kompetenzfokus aufsetzen<\/h3>\n        <p>Eine KI-Richtlinie sollte nicht nur Datenschutz, Sicherheit und Tool-Freigaben regeln, sondern explizit auch den Erhalt von F\u00e4higkeiten adressieren. Praxisleitf\u00e4den f\u00fcr HR und KMU empfehlen, klar festzulegen, f\u00fcr welche Aufgaben KI genutzt werden darf, wann menschliche Pr\u00fcfung zwingend ist und in welchen Bereichen bewusst auf KI verzichtet werden sollte (Randstad, 2024; CIPD, 2025; SHRM, 2025). F\u00fcr HR-relevante Entscheidungen wie Beurteilungen, heikle Kommunikation oder finale Auswahlentscheide sollte stets ein nachvollziehbarer Human-in-the-Loop-Prozess definiert sein (Boston Consulting Group, 2026; SIDD, 2026).<\/p>\n      <\/div>\n    <\/div>\n    <div class=\"cs-field\">\n      <div class=\"cs-num\">2<\/div>\n      <div>\n        <h3>Workflows augmentativ statt substitutiv gestalten<\/h3>\n        <p>Die Studienlage spricht klar daf\u00fcr, KI als Assistenz und nicht als Ersatz f\u00fcr Denken zu nutzen. Gute Prozesse sorgen daf\u00fcr, dass Mitarbeitende zuerst das Problem verstehen, Kriterien festlegen oder erste Hypothesen formulieren, bevor KI f\u00fcr Entw\u00fcrfe, Strukturierung oder Variantenbildung eingesetzt wird (IJIRT, 2026; Generative AI and Knowledge Work, 2025). Im Recruiting kann das bedeuten, dass ein Profil zun\u00e4chst fachlich und kulturell definiert wird und die KI erst danach Formulierungsvorschl\u00e4ge oder Vergleichs\u00fcbersichten erstellt. So bleibt das fachliche Urteil beim Menschen (Boston Consulting Group, 2024; CIPD, 2025).<\/p>\n      <\/div>\n    <\/div>\n    <div class=\"cs-field\">\n      <div class=\"cs-num\">3<\/div>\n      <div>\n        <h3>Skill-Erhalt messen und sichtbar machen<\/h3>\n        <p>Was nicht sichtbar ist, wird in Organisationen selten gesch\u00fctzt. Unternehmen sollten deshalb neben Produktivit\u00e4t und Output auch jene Kompetenzen explizit benennen, die trotz KI-Nutzung erhalten oder ausgebaut werden m\u00fcssen. Dazu z\u00e4hlen kritisches Denken, Problemanalyse, Entscheidungskompetenz, Systemverst\u00e4ndnis und die F\u00e4higkeit, KI-Ergebnisse auf Plausibilit\u00e4t zu pr\u00fcfen (Boston Consulting Group, 2026). F\u00fcr HR kann das heissen, Leistungsbeurteilungen und Lernziele so zu gestalten, dass nicht nur das Ergebnis z\u00e4hlt, sondern auch der Weg dorthin und die Qualit\u00e4t der menschlichen Entscheidung (Boston Consulting Group, 2024).<\/p>\n      <\/div>\n    <\/div>\n    <div class=\"cs-field\">\n      <div class=\"cs-num\">4<\/div>\n      <div>\n        <h3>Bewusste KI-freie Lernr\u00e4ume schaffen<\/h3>\n        <p>Mehrere Policy- und Praxisbeitr\u00e4ge empfehlen, regelm\u00e4ssige Situationen zu schaffen, in denen Mitarbeitende zentrale Aufgaben bewusst ohne KI bearbeiten. Solche Formate helfen, Urteilsverm\u00f6gen und Fachlogik aktiv zu trainieren, statt sie nur vorauszusetzen (Rajaratnam, 2025; HR Dive, 2023). F\u00fcr HR-Teams k\u00f6nnen das beispielsweise manuelle Dossierbeurteilungen, selbst formulierte Absageschreiben in sensiblen F\u00e4llen oder die eigenst\u00e4ndige Vorbereitung eines strukturierten Interviews sein. Der Punkt ist nicht Technologieverzicht, sondern kognitive Fitness.<\/p>\n      <\/div>\n    <\/div>\n    <div class=\"cs-field\">\n      <div class=\"cs-num\">5<\/div>\n      <div>\n        <h3>Nachwuchsprogramme neu denken<\/h3>\n        <p>Besonders wichtig ist die Gestaltung von Lernpfaden f\u00fcr Juniors, Lernende und Berufseinsteiger. Der Tages-Anzeiger zeigt anhand von Unternehmen wie Z\u00fchlke, Thjnk und BDO, dass bewusste Investitionen in Nachwuchsf\u00f6rderung trotz oder gerade wegen KI an Bedeutung gewinnen (Hollenstein, 2024). Der gemeinsame Nenner dieser Beispiele ist klar: Erst das Fundament, dann das Werkzeug. Wer Buchhaltung, Textarbeit, Analyse oder Beratung nur noch softwaregest\u00fctzt lernt, kann Ergebnisse sp\u00e4ter oft schlechter pr\u00fcfen. Wer die Grundlagen beherrscht, nutzt KI dagegen kontrollierter und wirkungsvoller (Hollenstein, 2024; IJIRT, 2026; Generative AI and Knowledge Work, 2025).<\/p>\n      <\/div>\n    <\/div>\n  <\/div>\n  <p style=\"margin-top:1.6em;\">F\u00fcr KMU l\u00e4sst sich daraus ein pragmatisches Modell ableiten: In einer ersten Phase werden Grundlagen bewusst ohne oder mit sehr begrenzter KI-Nutzung vermittelt. In einer zweiten Phase kommt KI als Assistenz hinzu. In einer dritten Phase lernen Mitarbeitende, KI-Ergebnisse systematisch zu \u00fcberpr\u00fcfen, zu verbessern und verantwortungsvoll in komplexeren Kontexten einzusetzen. Dieses Stufenmodell verbindet Effizienz mit Kompetenzaufbau und ist besonders f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen praktikabel (IJIRT, 2026; Rajaratnam, 2025).<\/p>\n\n  <h2>Was das f\u00fcr Gesch\u00e4ftsleitungen bedeutet<\/h2>\n  <p>F\u00fcr Gesch\u00e4ftsleitungen ist Deskilling kein Randthema der Personalentwicklung, sondern ein strategisches F\u00fchrungsproblem. Wer heute nur auf kurzfristige Effizienzgewinne schaut, riskiert mittelfristig den Verlust jener F\u00e4higkeiten, die Innovation, Qualit\u00e4t und Kundenvertrauen erm\u00f6glichen (Boston Consulting Group, 2026). Besonders in KMU, in denen Wissen oft stark an einzelne Personen und Teams gebunden ist, kann kollektiver Kompetenzverlust erhebliche Folgen haben.<\/p>\n  <p>Deshalb sollte KI-Einf\u00fchrung immer mit drei Leitfragen verbunden werden:<\/p>\n  <div class=\"cs-callout\">\n    <span class=\"cs-q\"><b>1.<\/b> Welche Aufgaben werden schneller?<\/span>\n    <span class=\"cs-q\"><b>2.<\/b> Welche F\u00e4higkeiten werden dabei schw\u00e4cher?<\/span>\n    <span class=\"cs-q\"><b>3.<\/b> Wie gleichen wir das systematisch aus?<\/span>\n  <\/div>\n  <p>Unternehmen, die diese Fragen fr\u00fch in Governance, Recruiting, F\u00fchrung und Weiterbildung integrieren, nutzen KI nicht nur produktiver, sondern bauen gleichzeitig ihre organisationale Resilienz aus (Boston Consulting Group, 2024; PwC, 2026).<\/p>\n\n  <div class=\"cs-fazit\">\n    <h2>Fazit<\/h2>\n    <p>Deskilling durch KI ist kein Naturgesetz. Es entsteht dort, wo Unternehmen Automatisierung mit Kompetenzersatz verwechseln und Effizienz \u00fcber Lernf\u00e4higkeit stellen. Die Studienlage zeigt jedoch ebenso klar, dass generative KI auch als Verst\u00e4rker f\u00fcr Lernen, Qualit\u00e4t und Weiterentwicklung wirken kann, wenn Prozesse bewusst augmentativ gestaltet werden (Crowston, 2025; IJIRT, 2026; Generative AI and Knowledge Work, 2025).<\/p>\n    <p style=\"margin-bottom:0;\">F\u00fcr HR-Verantwortliche und Gesch\u00e4ftsleitungen in KMU liegt darin eine wichtige F\u00fchrungsaufgabe. Nicht die Frage, ob KI genutzt wird, entscheidet \u00fcber den Erfolg, sondern wie. Wer heute KI mit klaren Leitplanken, klugen Lernpfaden und einem Fokus auf Urteilsverm\u00f6gen einf\u00fchrt, sch\u00fctzt nicht nur seinen Nachwuchs, sondern st\u00e4rkt die Zukunftsf\u00e4higkeit des gesamten Unternehmens (Boston Consulting Group, 2026; PwC, 2026).<\/p>\n  <\/div>\n\n  <div class=\"cs-sources\">\n    <h2>Quellen<\/h2>\n    <ul>\n      <li>Boston Consulting Group. (2024). Unlocking impact from GenAI: HR\u2019s role in transforming work. BCG.<\/li>\n      <li>Boston Consulting Group. (2026). When everyone uses AI, companies risk critical skills. BCG Henderson Institute.<\/li>\n      <li>Chartered Institute of Personnel and Development. (2025). AI use in the workplace: Practical advice for HR professionals.<\/li>\n      <li>Crowston, K. (2025). Deskilling and upskilling with generative AI systems. Syracuse University School of Information Studies.<\/li>\n      <li>Hollenstein, E. (2024, 27. Juli). AI im Job: Wie Firmen das Deskilling bek\u00e4mpfen. Tages-Anzeiger.<\/li>\n      <li>HR Dive. (2023, 2. November). 7 things to include in a workplace generative AI policy.<\/li>\n      <li>International Journal for Innovative Research in Technology. (2026). Deskilling generative AI higher education learning outcomes.<\/li>\n      <li>Jobcloud AG. (2026). AI Report 2026: Auswirkungen von KI auf den Schweizer Arbeitsmarkt.<\/li>\n      <li>PwC. (2026). Switzerland AI Jobs Barometer 2026.<\/li>\n      <li>Rajaratnam, R. (2025, 9. Dezember). Preventing deskilling in the age of AI: A policy agenda for competence-centred adoption.<\/li>\n      <li>Randstad. (2024, 31. Juli). How to approach your generative AI policy.<\/li>\n      <li>Reuters. (2026, 24. Juni). Fewer job offers for junior roles due to AI, Swiss study shows.<\/li>\n      <li>SIDD. (2026, 23. Mai). KI-Policy Vorlage f\u00fcr Schweizer KMU.<\/li>\n      <li>Society for Human Resource Management. (2025, 30. April). Generative AI usage policy template.<\/li>\n      <li>Generative AI and knowledge work: Towards a framework for combating deskilling of knowledge workers. (2025). Master\u2019s thesis, Halmstad University.<\/li>\n    <\/ul>\n  <\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In the Swiss labour market, traditional entry-level jobs are disappearing while generative AI is taking over more and more tasks in office and knowledge-based professions. The Tages-Anzeiger reports a creeping loss of knowledge and describes how companies are already taking countermeasures to secure young talent and critical judgment within the organisation (Hollenstein, 2024). At the same time, a Swiss labour market analysis by Jobcloud shows that junior positions in AI-exposed roles have fallen significantly, further intensifying the debate around deskilling (Jobcloud AG, 2026; Reuters, 2026). For HR managers and SME executive boards, this raises a strategic question: how can AI be used productively without undermining the development of competencies within the company? <\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":47652,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","_seopress_robots_follow":"","_seopress_robots_imageindex":"","_seopress_robots_snippet":"","_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_robots_breadcrumbs":"","_seopress_robots_freeze_modified_date":"","_seopress_robots_custom_modified_date":"","_seopress_robots_canonical":"","_seopress_social_fb_title":"","_seopress_social_fb_desc":"","_seopress_social_fb_img":"","_seopress_social_fb_img_attachment_id":0,"_seopress_social_fb_img_width":0,"_seopress_social_fb_img_height":0,"_seopress_social_twitter_title":"","_seopress_social_twitter_desc":"","_seopress_social_twitter_img":"","_seopress_social_twitter_img_attachment_id":0,"_seopress_social_twitter_img_width":0,"_seopress_social_twitter_img_height":0,"_seopress_redirections_value":"","_seopress_redirections_enabled":"","_seopress_redirections_enabled_regex":"","_seopress_redirections_logged_status":"","_seopress_redirections_param":"","_seopress_redirections_type":0,"_seopress_analysis_target_kw":"","_seopress_news_disabled":"","_seopress_video_disabled":"","_seopress_video":[],"_seopress_pro_schemas_manual":[],"_seopress_pro_rich_snippets_disable_all":"","_seopress_pro_rich_snippets_disable":[],"_seopress_pro_schemas":[],"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-47650","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissen","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-33","resize-featured-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/creaskill.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47650","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/creaskill.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/creaskill.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/creaskill.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/creaskill.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47650"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/creaskill.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47650\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":47654,"href":"https:\/\/creaskill.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47650\/revisions\/47654"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/creaskill.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47652"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/creaskill.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47650"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/creaskill.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47650"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/creaskill.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47650"}],"curies":[{"name":"WP","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}