KI im Krankenhaus: Von der ersten Idee zur konkreten Umsetzung

Ärztin mit Tablet und KI-Visualisierung im Spital

16. Juni 2026 Janine Praxmarer

„Wir hören überall von künstlicher Intelligenz. Aber ganz ehrlich: Was sollen wir damit in unserem Krankenhaus konkret machen?”
KI im Krankenhaus – KI-Hotline Schweiz

Mit genau dieser Frage meldet sich die Geschäftsleitung eines mittelgroßen Krankenhauses bei der KI-Hotline. Die Verantwortlichen haben bereits Artikel gelesen, Vorträge besucht und die Schlagzeilen verfolgt. Sie wissen, dass KI eines der wichtigsten Zukunftsthemen ist – gleichzeitig fehlt die Zeit, sich intensiv mit den unzähligen Tools, Anbietern und Möglichkeiten auseinanderzusetzen.

Und genau hier beginnt unsere Arbeit.

Entgegen der Erwartung vieler Menschen starten wir nicht mit einer Präsentation über ChatGPT oder einer Liste von KI-Tools. Stattdessen stellen wir zunächst eine einfache Frage: „Wo verlieren Ihre Mitarbeitenden aktuell die meiste Zeit?"

Denn die Wahrheit ist: Die meisten Unternehmen und Organisationen brauchen nicht mehr KI – sie brauchen weniger unnötige Arbeit.

Im Gespräch wird schnell klar, dass die größte Herausforderung nicht die medizinische Versorgung selbst ist. Es sind die vielen Aufgaben rundherum: Die Patientenaufnahme beantwortet täglich dieselben Fragen. Pflegekräfte dokumentieren Behandlungen. Ärztinnen und Ärzte verbringen einen erheblichen Teil ihres Arbeitstages mit Berichten. Hinzu kommen Besprechungen, Abstimmungen zwischen Abteilungen, Terminorganisation und unzählige E-Mails.

Viele dieser Tätigkeiten sind wichtig – gleichzeitig sind es genau die Aufgaben, bei denen künstliche Intelligenz wirkungsvoll unterstützen kann.

Drei konkrete Ansatzpunkte

Anstatt wahllos verschiedene KI-Tools einzuführen, analysieren wir gemeinsam die Prozesse: Welche Aufgaben wiederholen sich ständig? Wo geht besonders viel Zeit verloren? Wo werden Mitarbeitende durch administrative Tätigkeiten belastet?

Dabei stoßen wir auf drei Bereiche, die sich hervorragend für einen ersten KI-Einsatz eignen:

1   Patientenkommunikation

Jeden Tag gehen zahlreiche Anfragen ein: Wo finde ich die richtige Abteilung? Welche Unterlagen muss ich mitbringen? Wie läuft die Aufnahme ab? Ein KI-gestützter Assistent beantwortet häufig gestellte Fragen rund um die Uhr und gibt Patienten erste Orientierung. Komplexe Anliegen werden weiterhin an Mitarbeitende weitergeleitet – die KI übernimmt die erste Stufe.

2   Medizinische Dokumentation

Moderne KI-Systeme können aus Stichpunkten oder Spracheingaben strukturierte Berichtsentwürfe erstellen. Jeder Bericht wird weiterhin geprüft und freigegeben – aber anstatt bei einer leeren Seite zu beginnen, erhält der Arzt einen fertigen Entwurf, der nur noch kontrolliert und ergänzt werden muss. Täglich eingesparte Minuten summieren sich zu erheblicher Entlastung.

3   Meeting-Protokolle

KI kann Gespräche transkribieren, zusammenfassen und automatisch Aufgabenlisten erstellen. Statt dass nach jeder Besprechung jemand ein Protokoll schreibt, stehen die wichtigsten Informationen und Aufgaben innerhalb weniger Minuten zur Verfügung – vollständig und zuverlässig.

„Dürfen wir das überhaupt?"

An diesem Punkt kommt fast immer dieselbe Frage – und genau deshalb endet eine seriöse KI-Beratung nicht bei den Möglichkeiten.

Datenschutz & Regulatorik

Gerade im Gesundheitswesen spielen Datenschutz, Datensicherheit und regulatorische Anforderungen eine zentrale Rolle. Nicht jedes Tool darf eingesetzt werden. Nicht jede Lösung ist für sensible Gesundheitsdaten geeignet.

Deshalb prüfen wir gemeinsam, welche Systeme genutzt werden dürfen, welche Daten verarbeitet werden und welche Sicherheitsanforderungen erfüllt sein müssen. Für viele Kunden ist das der wertvollste Teil der Beratung – denn zwischen „Das klingt spannend" und „Das können wir tatsächlich einsetzen" liegt häufig ein großer Unterschied.

Kein Mammutprojekt – ein konkreter erster Schritt

Am Ende des Gesprächs entsteht kein riesiges Digitalisierungsprojekt mit dutzenden Maßnahmen. Stattdessen empfehlen wir einen überschaubaren ersten Schritt.

Vielleicht beginnt das Krankenhaus mit KI-gestützten Meeting-Protokollen. Vielleicht mit Unterstützung bei der Dokumentation. Vielleicht mit einem digitalen Assistenten für häufige Patientenanfragen.

Wichtig ist nicht, alles auf einmal umzusetzen. Wichtig ist, überhaupt anzufangen.

Denn am Ende geht es nicht darum, möglichst viel KI einzusetzen. Es geht darum, Menschen zu entlasten, Prozesse zu verbessern und mehr Zeit für die Aufgaben zu schaffen, die wirklich wichtig sind.

Haben Sie sich beim Lesen wiedererkannt?

Oft gibt es bereits Ideen, aber es fehlt die Zeit, die Orientierung oder ein Ansprechpartner, der verständlich erklärt, welche Möglichkeiten wirklich sinnvoll sind. Gemeinsam schauen wir uns Ihre Prozesse an – praxisnah, ohne Fachjargon.

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